Eine Zeitreise mit Lily de Lièvre
Schweriner Volkszeitung vom 31.07.12 , M. Herder

Es sind Sekunden, die ersten Töne des Jazz-Klassikers "Tiger Rag", mit denen Lily de Lièvre das Publikum in ihren Bann zieht. Für die rund 170 Zuschauer im Nonnengarten des Klosters beginnt damit eine Zeitreise in die eleganten, die wilden, mitunter frivolen, vom Auf- und Umbruch gekennzeichneten 1920er- bis 1950er-Jahre. Eine musikalische Reise mit "Lily & The Rhythm Tigers" aus Berlin und ihren immer besonderen, phantasievollen und einzigartigen Interpretationen der Musik der "Roaring Twenties" und der darauf folgenden Jahrzehnte.
Mit ihrer klaren Sopranstimme begeistert Lily de Lièvre in ihrem bodenlangen, rosafarbenen Kleid im Stil der 20er-Jahre, dem passenden Haarschmuck und der langen Halskette mit schnellen Stücken ebenso wie mit langsamen Interpretationen von Evergreens und Klassikern, von Jazz-Hits und Chansons, von Schlagern aus den Anfängen des Films und Hits der Charleston-Ära. Immer charmant, manchmal neckisch, ab und an nachdenklich und stets authentisch singt sie "Das gibts nur einmal" aus dem Jahr 1931, "Kann denn Liebe Sünde sein?" oder "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen", ebenso wie den Jazz-Klassiker "Guilty", "Cheek to Cheek", bekannt aus dem Film "Top Hat", oder "Sou le ciel de Paris". Zur Jazz-Komposition "The Charleston" tanzt Lily de Lièvre den Charleston als bekanntesten Modetanz der 20-er Jahre.

Begleitet wird die Sängerin, die eigentlich Katrin Lièvre heißt, von den drei Großstadttigern , von Jarkko Riihimäki am Klavier, Bettina Wauschke an der Tuba sowie Tobias Fuchs am Schlagzeug, die mit ihrem exzellenten Spiel, mehrstimmigem Gesang, kleinen Showeinlagen und dem Einsatz außergewöhnlicher Instrumente wie Bongos, Xylophon, Triangel oder Rassel die Interpretationen des Quartetts zur Perfektion bringen - und das Publikum begeistern. "Das ist etwas ganz besonderes. Wann kann man hier schon einmal so etwas erleben?", sagt eine Rehnaerin in der Pause. Nach rund zweieinhalb Stunden endet das Konzert mit einer Zugabe von "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" - und zufriedenen Musikern und Organisatoren.[…]

 

Eine bezaubernde Sängerin und drei Tiger
Bielstein.de vom 01.03.13, V. Marzinski

"Lily & The Rhythm Tigers" verbreiten am Donnerstagabend im Burghaus Bielstein die allerbeste Laune mit ihrer Musik aus den Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahren. Ein Abend der Extraklasse mit grandiosen Musikern, die nicht nur ihre Instrumente brillant beherrschten sondern auch wunderbares Entertainment auf die Bühne brachten.
So ziemlich alles, was es an schönen Stücken aus dieser Zeit gibt, ließen sie Revue passieren. Beschwingt legten die drei Herren mit einem "Tiger Rag" los - passender ging es kaum bei solch einem Bandnamen. Von "Das gibt's nur einmal" aus dem Film "Der Kongress tanzt" über die heiße Latin-Nummer "Amado Mio" bis zu Nina Simones "My baby don't cares for me" - jedes Stück genial. Eine dunkelhaarige Marilyn schien auf der Bühne zu stehen, als Lily Lièvre "I wanna be loved by you" hauchte. Sehr anrührend vorgetragen auch das: "Ich weiß es wird einmal ein Wunder geschehen". In den Bann zogen Thomas Vogel und Tobias Fuchs mit ihrer Einlage auf Tuba und Xylophon - getarnt als Sportübung. […]
Den Stil der Zwanziger bis Vierziger Jahre setzte Lily de Lièvre in Bielstein nicht nur stimmlich sondern auch optisch perfekt um. Provokant und unsittlich oder charmant und unschuldig wirkte sie und verlangte dann mal kurzerhand eine Charleston-Tanzeinlage vom "Lily & The Rhythm Tigers"-Tuba-Spieler. […]
Die drei Tiger haben sich die passende Bezeichnung ausgesucht.[…] Ebenso auffällig - durch ihr Spiel und ihren Humor - und unverwechselbar sind die drei Herren des Quartetts. […]
Die ließen es zum Schluss noch mal richtig krachen mit "Sing, sing, sing, sing" und besonders brillant anschließend das "La vie en rose" von Lily Lièvre.

 

Mambo im Dachgeschoss
Oberbergischen Volkszeitung vom 02.03.2013, W. Penner

Lily & The Rhythm Tigers begeisterten im Burghaus Bielstein mit Tuba, Abendgarderobe und nostalgischem Charme

Die drei "Tiger" in schwarz-weißer Herrenkluft mit Fliege. Sängerin Lily de Lièvre im kessen Fransenkleid. Auch das nostalgische Outfit passt, als Lily & The Rhythm Tigers sich von der Bühne des Burghauses aus zu einer Zeitreise in die 20er, 30er und 40er Jahre aufmachen.
In ungewöhnlicher Konstellation präsentieren die drei erstklassigen Instrumentalisten zusammen mit Sängerin Lily ideenreich neu arrangierte Evergreens[…]. Launige Moderationen und verrückte Showeinlagen geben der Sache Pfiff: Lily legt eine mitreißende Steppeinlage hin, während Tobias Fuchs als joggender Schlagzeuger überrascht und Thomas Vogel seiner Tuba auch in Liegestellung urige Töne entlockt.[…]
Wenn Lily singt "Ich bin von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt", wird Marlene Dietrichs "Blauer Engel" wieder lebendig.
Ob Musette-Walzer wie der Piaf-Song "Sous le ciel de Paris" oder Swingtitel wie "Cheek to cheek", ob der berühmte Tango "Roter Mohn" oder in die Beine gehender Boogie Woogie. Jeder Song hat seine eigene, vom Arrangement geprägte Charakteristik.
So gehen Rumba- in Mambo- und Swing wieder in Rumbarhythmen über, immer überraschend mit mit besonderen Akzenten des Schlagzeugs, das von Tobias Fuchs nicht nur als Rhythmus- sondern auch als Multitoninstrument für feine Nuancen genutzt wird.
Positiv überrascht auch Pianist Jarkko Riihimäki als es mit "Just a Gigolo" beweist, dass er nicht nur excellent Klavier spielt, sondern auch ein markiges Stimmorgan besitzt.
Während der gesamten Performance zeigen die Akteure ihr komödiantisches Talent, die Besucher danken ihnen am Ende für einen äußerst unterhaltsamen Abend.